Monas Tierheim in Sighișoara

Monica Fernengel – Tierschutz‑Pionierin in Sighişoara
Eine Vision für Tiere in Rumänien
Die mittelalterliche Stadt Sighişoara in den rumänischen Karpaten ist für viele Besucher ein Postkartenmotiv. Doch sie beherbergt auch eine der engagiertesten Tierschutzinitiativen des Landes. Seit mehr als zwei Jahrzehnten kämpft Monica Fernengel dafür, dass streunende Hunde und Katzen dort ein besseres Leben haben. 2001 gründete sie die Asociatia pentru Drepturile Animalelor (ADA) – den „Verein für die Rechte der Tiere“. In den ersten Jahren bot Fernengel aus eigener Kraft Schutz für herrenlose Tiere; dank ihrer Hartnäckigkeit entstand in Sighişoara ein Tierheim mit europäischen Standards , das im Dorf Albeşti betrieben wird und seit 2002 offiziell als Verein registriert ist .
Die Anfänge und der Aufbau des Vereins ADA
Die ursprüngliche Mission der ADA war es, ausgesetzte oder misshandelte Tiere zu retten, medizinisch zu versorgen und in liebevolle Familien zu vermitteln. Mit der Zeit wuchs die Aufgabe: Auf dem Gelände in Albeşti werden Hunde und Katzen untergebracht, gepflegt und kastriert. Obwohl nur die Hälfte des Geländes genutzt werden kann, weil das Geld für den Ausbau fehlt, wurden über die Jahre Tausende Tiere sterilisiert und zur Adoption freigegeben .
Früh erkannte Fernengel, dass Prävention entscheidend ist. Bereits 2014 organisierte die ADA eine erste kostenlose Kastrationskampagne, bei der Haustierhalter ihre Tiere telefonisch anmelden konnten . Fünf Jahre später folgte eine größere Aktion: Zwischen dem 10. und 16. Juni 2019 wurden am Vereinsgelände gemeinsam mit einer deutschen Tierärztin Hunde und Katzen kostenlos kastriert . Solche Programme tragen dazu bei, die Zahl der Straßentiere nachhaltig zu reduzieren.
Alltag und Herausforderungen im Tierheim
Der Alltag im Tierheim wird von Spenden und ehrenamtlicher Arbeit getragen. In den frühen Jahren musste Fernengel mit ihren Helfern oft improvisieren; bei Kastrationen wich man teilweise auf das städtische Auffanglager aus, das für seine desolaten Zustände berüchtigt war. Heute existiert dieser städtische Zwinger nicht mehr. Das von Mona Fernengel geleitete Tierheim bietet inzwischen gute Bedingungen für Kastrationsprojekte, sodass der Verein Tierärztepool regelmäßig kostenlose Sterilisationen für Hunde und Katzen aus einkommensschwachen Haushalten anbieten kann .
Die Arbeit bleibt jedoch mühsam. Pfoten im Blick e.V. berichtete 2025 von einem Besuch, bei dem kurz zuvor sechs verwaiste Welpen von einem Rastplatz gerettet und im Tierheim aufgenommen wurden. Mona erzählte den Helfern, dass die Zahl der Adoptionen zurückgegangen ist und das Heim an seine Kapazitätsgrenze stößt . Sachspenden wie Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe und Unterlagen wurden dringend gebraucht und dankbar angenommen .
Konflikte mit Behörden und Anerkennung
Die Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden war nicht immer einfach. 2007 beschloss das Rathaus, streunende Hunde einzufangen und nach einer kurzen Frist zu töten. Nach der damals gültigen Verordnung (HCL 63/2006) sollten die Tiere 14 Tage in einem städtischen Tierheim bleiben, um von ihren Besitzern abgeholt oder adoptiert zu werden. Fernengel erklärte sich bereit, die Hunde nach Ablauf der Frist zu übernehmen, um sie vor der Tötung zu bewahren. Doch die Stadt verlangte plötzlich 200 Lei pro Hund und verkürzte die Frist auf sieben Tage. Fernengel kritisierte diese Gebühren als unzulässige Belastung für einen gemeinnützigen Verein und drohte mit rechtlichen Schritten . Sie betonte damals, dass ihr Team in Zusammenarbeit mit der internationalen Organisation „Vier Pfoten“ viele Hunde kastriert und zur Adoption vermittelt habe, während die städtischen Hundefänger weiterhin Tiere einschläferten .
Trotz solcher Konflikte erkannte die Kommune später die Bedeutung der ADA. 2018 unterzeichnete der Verein einen Konzessionsvertrag mit der Stadt Sighişoara, um den öffentlichen Streunertierdienst zu übernehmen . Und im Februar 2025 beschloss der Gemeinderat der Nachbargemeinde Albeşti, die ADA für das Tierheimgebäude vollständig von der Grundsteuer zu befreien – ein Zeichen, dass die Arbeit des Vereins zunehmend anerkannt wird.
Überregionale Zusammenarbeit und europäisches Engagement
Monica Fernengel engagiert sich nicht nur lokal, sondern bringt ihre Stimme auch in die europäische Debatte ein. Im Januar 2014 unterzeichnete sie eine von 211 Organisationen mitgetragene Petition an den EU‑Gesundheitskommissar, die die grausame „Catch‑and‑Kill“-Politik Rumäniens verurteilte. Die Petition forderte eine humane Lösung zur Kontrolle der Hundepopulation und verwies auf die Pflicht der EU, das Wohl der Tiere zu berücksichtigen.
Über die Jahre baute die ADA ein Netzwerk internationaler Partner auf. Der deutsche Tierschutzbund Bund gegen Missbrauch der Tiere unterstützte das Tierheim mit fachlicher Beratung und Kastrationsaktionen. Die Tierärzteorganisation Tierärztepool führt seit 2010 regelmäßige Kastrationseinsätze durch; dank des mittlerweile gut ausgestatteten Tierheims können Hunde und Katzen aus wirtschaftlich schwachen Haushalten kostenlos sterilisiert werden .
Aktuelle Entwicklungen und Zukunftsperspektiven
Mehr als zwei Jahrzehnte nach ihrer Gründung betreut die ADA heute über 150 Hunde . Diese Zahl unterstreicht, wie stark das Tierheim ausgelastet ist. Im Sommer 2024 erlitt das Projekt einen schweren Rückschlag: Ein gemietetes Nebengebäude mit großer Freilauffläche, das für viele Hunde als Auslauf diente, wurde überraschend abgerissen. Die Tiere mussten auf Beton ausharren, einige besonders unvermittelbare Hunde wurden nach Deutschland in Pflegestellen gebracht . Unterstützer starteten eine Spendenaktion, um neue Außenzwinger zu finanzieren .
Gleichzeitig steigen die Herausforderungen: Die Zahl der Adoptionen geht zurück, sodass viele Hunde länger im Heim bleiben müssen . Dank der guten Zusammenarbeit mit Tierärzten können jedoch weiterhin regelmäßig Kastrationskampagnen durchgeführt werden, die das Streunerproblem langfristig eindämmen. Die Grundsteuerbefreiung von 2025 entlastet den Verein finanziell, doch der Wiederaufbau der zerstörten Freilaufflächen und die Versorgung von mehr als hundert Hunden erfordern weiterhin erhebliche Mittel.
So können Sie helfen
Monica Fernengel und die ADA leisten Großartiges, doch ohne Unterstützung aus dem Ausland wäre diese Arbeit nicht möglich. Unser deutscher Verein bündelt die Hilfe und stellt sicher, dass Spenden, Patenschaften und Adoptionen an der richtigen Stelle ankommen:
Spenden: Mit Ihrer finanziellen Unterstützung können Futter, tierärztliche Behandlungen und der Ausbau des Tierheims sichergestellt werden.
Patenschaften: Eine Patenschaft hilft, die laufenden Kosten für ein bestimmtes Tier zu decken. Sie begleitet den Hund oder die Katze, bis ein endgültiges Zuhause gefunden wird.
Adoptionen: Wenn Sie einem Tier ein Zuhause bieten möchten, begleiten wir Sie durch den gesamten Adoptionsprozess und organisieren den Transport.
Sachspenden und ehrenamtliche Hilfe: Vor Ort in Deutschland freuen wir uns über Sachspenden wie Futter, Decken oder medizinische Materialien. Auch bei Informationsständen, Fundraising‑Aktionen oder als Pflegestelle können Sie aktiv mithelfen.
Kontakt
Bei Fragen oder wenn Sie helfen möchten, schreiben Sie uns unter info@schattentiere.de.
Jede Spende, jede Patenschaft und jede Adoption gibt den Tieren in Sighişoara eine neue Chance – helfen Sie mit!
