Vor der Adoption oder Pflegestelle: 
Realitätscheck & Erwartungen

Eignungs-Selbsttest – 10 Fragen

  1. Habe ich in den ersten 2–4 Wochen genug Zeit?
  2. Trägt mein Umfeld die Entscheidung mit?
  3. Gibt es Plan B/C für Betreuung und Finanzen?
  4. Bin ich bereit, Sicherung konsequent umzusetzen (doppelt, Schleppleine, Türen/Fenster)?
  5. Halte ich Management (Trennen, Hausleine) ohne „schlechtes Gewissen“ durch?
  6. Hole ich rechtzeitig Hilfe (Trainer:in/Verein), statt „durchzuwurschteln“?
  7. Passt die Wohnsituation (inkl. Vermieterzustimmung) dauerhaft?
  8. Interpretiere ich „Fehler“ als Kommunikationsanlass – nicht als Bosheit?
  9. Schaffe ich die 3-3-3-Geduld?
  10. Freue ich mich auf den Prozess – nicht nur auf das Endergebnis?

Warum dieser Text wichtig ist

Ein Hund aus dem Tierschutz ist kein „Plug-and-Play-Hund“. Je klarer du weißt, was realistisch ist, desto leichter trefft ihr gute Entscheidungen – für dich und für den Hund.

 

 

 

1. Realitätscheck – passt das JETZT zu dir?

  • Zeit & Präsenz
    • Erste 2–4 Wochen: möglichst viel verfügbar sein (Urlaub/Überstundenabbau).
    • Bedürfnisse decken heißt anfangs: Garten-Toilette, Schnüffeln, Ruheohne lange Spaziergänge (individuell nach Hund), Schlaf-/Ruhezeiten bis ~16 Std./Tag.
    • Verlässliche Tagesstruktur: feste Fütter-, Gassi- und Ruhezeiten.
  • Alltag & Planung
    • Wer übernimmt wann? Was passiert bei Schichtdienst, Dienstreise, Krankheit?
    • Sind Regeln mit allen Mitbewohner:innen geklärt (Ruheplatz tabu, Türen sichern, kein Füttern am Tisch)?
  • Finanzen
    • Einmalig: Ausrüstung, ggf. Schutzgebühr.
    • Laufend: Steuer, Haftpflicht (in vielen Bundesländern Pflicht – immer sinnvoll), Futter, Parasitenprophylaxe, Tierarzt.
    • Option: OP-/Krankenversicherung oder Rücklagenkonto.
  • Wohn-/Umfeld
    • Vermieterzustimmung, Hausordnung, Treppen/Hausflur.
    • Wohnung/Garten ausbruchssicher (Türen, Fenster, Balkon, Zäune, Schlupflöcher).
  • Haushalt
    • Kinder, ältere Menschen, andere Tiere, Allergien – wie sieht gutes Management aus?
    • Ist allen klar: der Hund „darf ankommen“, ohne dauernd bespielt/bestraft/besucht zu werden?
  • Plan B & C
    • Wer übernimmt bei Ausfall (Urlaub, Krankheit, Notfall)? Gibt es betreuungserfahrene Bezugspersonen?

 

2. Adoption vs. Pflegestelle – was genau bedeutet das?

  • Adoption
    • Dauerhafte Verantwortung. Verhalten kann sich nach Tagen/Wochen verändern (mehr Sicherheit = manchmal Grenztesten).
    • Du entscheidest langfristig über Training, Tierarzt, Alltag – und trägst die Folgen.
  • Pflegestelle
    • Du bereitest den Hund für sein Endzuhause vor.
    • Enge Abstimmung mit dem Verein: Tierarzttermine/Medikation, Dokumentation (kurze Berichte, Fotos/Videos), Vermittlungsgespräche.
    • Du arbeitest nach Vereinsleitlinien (gewaltfrei, Management, Sicherheit).

 

 

3. Erwartungsmanagement – was realistisch ist

  • Decompression („Runterkommen“)
    • 3-3-3-Faustregel: ca. 3 Tage orientieren, 3 Wochen ankommen, 3 Monate einleben.
      In dieser Zeit gilt: weniger Aktion, mehr Routine.
  • Unbekannte Lernerfahrungen
    • Wohnung, Leine, Auto, Stadtgeräusche, alleine bleiben – vieles ist neu.
    • Stubenunreinheit, Zerstören, Unsicherheiten sind anfangs nicht ungewöhnlich.
  • Typische Themen
    • Leinenziehen, Jagd-/Beutefangverhalten, Ressourcenverteidigung, Frust in Hundebegegnungen.
    • Lösung: Management (Sicherung, Trennen, Hausleine) + kleinschrittiges, positives Training.
  • Gesundheit
    • Parasiten wurden vor Ausreise behandelt; trotzdem sind z. B. Giardien möglich.
    • Stress kann Magen-Darm belasten. Nach einigen Wochen: Reiseprofil (Mittelmeerkrankheiten) beim Haustierarzt.

 

4. Was du (zunächst) NICHT erwarten solltest

  • Sofort perfekte Stubenreinheit, Alleinbleiben, Rückruf oder Leinenführigkeit.
  • Reibungslose Vergesellschaftung „über Nacht“ – Management ist normal.
  • Freilauf in den ersten Wochen – Sicherheit/Bindung gehen vor.

 

 

 

 

 

 

 

 

         

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die ersten Wochen mit deinem Tierschutzhund – ausführlicher Leitfaden

Grundprinzipien

  • Sicherheit zuerst: doppelte Sicherung draußen (Sicherheitsgeschirr + Halsband/2 Leinen/Bauchgurt). Im Garten anfangs nur mit Schleppleine. Türen/Fenster sichern, keine Flexileine zu Beginn.
  • Routinen statt Abenteuer: feste Zeiten, wiederkehrende Abläufe → Vorhersagbarkeit senkt Stress.
  • Kleine Schritte: lieber 3× 5 Minuten Training als 1× 15 Minuten.

 

 

Tag 1–3: Ankommen statt Programm

  • Zuhause
    Rückzugsort (Box/Decke) zeigen, Wasser bereitstellen. Hund entscheidet Nähe. Nicht bedrängen, nicht baden.
  • Gassi
    2–4×/Tag dieselbe kurze, sichere Runde (10–20 Min). Abstand zu Hunden/Menschen, keine neuen „Abenteuer“.
  • Futter
    Erstmal das bekannte Futter, kleine Portionen. Belohne ruhiges Orientieren an dir (Blickkontakt = Jackpot).

 

 

Woche 1: Routine & Orientierung

  • Rituale: gleiches Anleinen, gleiches Haustürritual, gleiche Reihenfolge.
  • Begegnungen: Abstand, Bögen, Blick abwenden; kein Aufeinanderrennen.
  • Handling-Training (3–5 Min/Tag): Geschirr an/aus, Pfote kurz halten → sofort belohnen. Ziel: kooperative Pflege.

 

 

Woche 2–3: Basisfähigkeiten aufbauen

  • Stubenreinheit
    Immer nach Schlafen/Essen/Spielen raus. Draußen am Ort belohnen. Drinnen Missgeschicke kommentarlos mit Enzymreiniger entfernen.
  • Leine & Orientierung
    • „Handtarget“: Nase an deine Hand = Belohnung.
    • „Check-in“: Hund blickt dich an = Belohnung.
    • Zieht der Hund → stehen bleiben. Wird die Leine locker → weiter.
  • Alleinbleiben (Mikroschritte)
    • 30–60 s Raumwechsel + Tür zu, Kamera checken. Ruhe → zurück & belohnen.
    • Später 2–3 Min, dann 5 Min … wenige, sehr kurze Wiederholungen/Tag.

 

 

Woche 4–6: Welt vergrößern – Sicherheit behalten

  • Neue, kontrollierte Orte (ruhiger Park/Wald), kurze Autofahrten trainieren.
  • Passende Sozialkontakte mit ruhigen Hunden, weiterhin Schleppleine.
  • Rückruf festigen: ein (!) Signalwort, immer Super-Belohnung; Ablenkungen langsam steigern. Freilauf erst, wenn der Rückruf unter Ablenkung wirklich sitzt.

 

 

Zusammenleben – Kinder, Gäste, Hunde & Katzen

  • Kinder
    Ruhezone tabu, nicht beugen/umarmen, nichts wegnehmen. Erwachsene moderieren; Interaktionen kurz & positiv.
  • Gäste
    Erst später. Beim Klingeln Leckerli „regnen“ lassen, Rückzugsort bleibt unantastbar.
  • Hund-Hund
    Parallelspaziergänge auf Abstand, später bogenförmige Annäherung. Futter/Spielzeug getrennt lagern (Ressourcenmanagement).
  • Hund-Katze
    Sichtschutz/Gitter, kurze geführte Sessions, Katze hat Hochplätze. Hund gesichert. Entspanntes Verhalten belohnen. „Jagen üben“ verhindern.

 

 

Management bei typischen Problemen

  • Ressourcenverteidigung
    Getrennt füttern, nichts wegreißen. Tauschen trainieren: hochwertiges zeigen → freiwilliges Abgeben → sofort tauschen.
  • Leinenpöbeln
    Früh Abstand vergrößern, Bögen gehen, Alternativverhalten (Handtarget/Check-in) belohnen.
  • Angst
    Distanz vergrößern, Rückzug ermöglichen, Sicherheitsrituale. Nicht „hineinschicken“. Mini-Schritte, Erfolge sammeln.

 

 

Gesundheit & Zeitplan

  • Tag 1–3: Ruhe. Nur Notwendiges. Keine „Impforgien“.
  • Woche 1–2: Bei Durchfall 3-Tage-Kotprobe; Parasitenprophylaxe mit Praxis abstimmen.
  • Woche 4–6: Reiseprofil (Mittelmeerkrankheiten) in der Praxis. Impf-/Entwurmungsplan sinnvoll, nicht „auf Verdacht“.
  • Pflege: Bürsten/Baden/Krallen erst nach Training mit Kooperationssignalen.

 

 

Entlauf-Notfallplan (Kurzfassung – ausdrucken!)

  1. Nicht rufen/verfolgen. Am Entlaufort bleiben, Sichtungen sammeln.
  2. Sofort Verein, Polizei/Ordnungsamt, TASSO/FINDEFIX informieren. Eine Person koordiniert.
  3. Futterstelle & Geruchsartikel auslegen; Flyer/Social Media. Keine Fangversuche ohne Plan.

 

 

Wann du Hilfe holen solltest

 

Anhaltender Durchfall/Erbrechen, Blut im Kot, Apathie → Tierarzt.

Aggression gegen Menschen/Tiere, massiver Stress, Panik → Trainer:in/Verhaltensberatung.

Bist du unsicher: lieber einmal zu viel fragen als einmal zu wenig.

Einzugs-Checkliste: Was du vor, am und nach dem Einzug erledigst

 

1. Vor dem Einzug – Orga & Einkauf

  • Versicherung/Steuer: Haftpflicht abgeschlossen; Hundesteuer vorbereitet (Gemeinde).
  • Netzwerk: Tierarztpraxis gewählt; Terminfenster für Startcheck/Reiseprofil (Woche 4–6). Gewaltefreie Trainer:in recherchiert (ggf. Erstgespräch).
  • Sicheres Zuhause: Türen, Fenster, Balkon, Zäune, Schlupflöcher; Mülleimer kindersicher. Rückzugsort (Box/Decke) + Wasserplatz.
  • Ausrüstung: Sicherheitsgeschirr (passend), Halsband, 2 feste Leinen, Schleppleine (5–10 m), Bauchgurt, Adressanhänger mit 2 Telefonnummern.
  • Transport: Große Transportbox oder geprüfter Autogurt; Decken/Handtücher; Kotbeutel; Näpfe.
  • Futter & Tools: Bekanntes Futter, Leckerli, Kaubeschäftigung, Leckerlibeutel.
  • Sicherheit: GPS-Tracker vorbereitet; ggf. Kamera fürs Alleinbleiben.
  • Haushalt: Kinder-/Treppengitter bei Bedarf; Putz-/Waschutensilien, Enzymreiniger.
  • Türschild: „Bitte nicht öffnen – Hund in Eingewöhnung“.

 

2. Abholtag – sicher nach Hause

  • Feste Leine + Halsband + Sicherheitsgeschirr + Bauchgurt (keine Flexileine).
  • Transportbox, Decke/Handtuch, Wasser & Becher.
  • Begleitperson (eine fährt, eine sichert).
  • EU-Heimtierausweis/ggf. TRACES sicher verstauen.
  • Keine Zwischenstopp-Spaziergänge. Erst zuhause im gesicherten Bereich lösen lassen.

 

3. Start zuhause – erste 72 Stunden

  • Ruhige Ankunft, Box/Decke zeigen, Wasser hinstellen; der Hund „muss“ nichts.
  • 2–4× kurze Standardrunde; doppelte Sicherung.
  • Bekanntes Futter, kleine Portionen; ruhiges Verhalten belohnen.
  • Besucher:innen verschieben; Kinderinteraktionen anleiten & kurz halten.
  • Schlaf nicht stören, klare Ruhezeiten.

 

4. Woche 1–2 – Routinen & Basics

  • Feste Zeiten, gleiche Abläufe (Anleinen, Haustürritual).
  • Stubenreinheit: nach Schlafen/Essen/Spielen raus; draußen belohnen; Missgeschicke kommentarlos entfernen.
  • Leinenführigkeit/Check-ins üben; Zieht der Hund → stehen bleiben.
  • Alleinbleiben: Mikroschritte mit Kamera (30–120 s).
  • Bei Durchfall: 3-Tage-Kotprobe sammeln, Praxis kontaktieren.
  • Chip bei TASSO/FINDEFIX registrieren, Daten prüfen.

 

5. Woche 3–6 – Festigen & erweitern

  • Neue, aber kontrollierte Umgebungen; kurze Autofahrten.
  • Passende Hundekontakte; Schleppleine bleibt Standard.
  • Rückruf aufbauen (ein Signalwort, immer Super-Belohnung).
  • Reiseprofil (Mittelmeerkrankheiten) in der Praxis; Pflege kooperativ üben (Bürsten, Pfoten, Maulkorb).

 

Notfallkontakte (eintragen)

  • Tierarztpraxis: ____________________ Telefon: ____________
  • 24/7-Tierklinik: ____________________ Telefon: ____________
  • Vereinskontakt: _____________________ Telefon: ____________
  • TASSO/FINDEFIX Notruf: _____________

Entlauf-Kurzplan: nicht rufen/verfolgen; am Entlaufort bleiben; Verein/Polizei/TASSO/FINDEFIX informieren; Futterstelle/Flugblätter.

Warum Auslandstierschutz wichtig ist

Tierschutz kennt keine Grenzen: Eine universelle Verantwortung

Die Entscheidung, sich im Tierschutz zu engagieren, entspringt dem Herzen. Ein Tier leidet, unabhängig davon, auf welcher Seite einer Landesgrenze es sich befindet. Hunger, Schmerz und Angst sind universelle Empfindungen. Die Vorstellung, unsere Hilfe auf nationale Grenzen zu beschränken, widerspricht dem ethischen Grundgedanken des Tierschutzes. Wir leben in einer globalisierten Welt, in der wir Waren und Kulturen selbstverständlich über Grenzen hinweg austauschen – warum sollte unsere Empathie an diesen Grenzen haltmachen?

 

Das unvorstellbare Leid vor Ort: Die harte Realität von Millionen

In vielen süd- und osteuropäischen Ländern kämpfen Millionen von Hunden und Katzen täglich einen brutalen Überlebenskampf. Ihr Dasein ist geprägt von Hunger, Krankheiten, Parasitenbefall und oft auch von menschlicher Grausamkeit.  Sie suchen in Mülltonnen nach Futter, verstecken sich in Ruinen und sind dem rauen Wetter schutzlos ausgeliefert. In vielen dieser Länder werden Hunde nicht als Familienmitglieder, sondern als Nutztiere oder gar als Plage angesehen. Sind sie nicht mehr "nützlich", werden sie ausgesetzt oder in Tötungsstationen entsorgt, wo ihr Leben nach einer kurzen Frist auf oft qualvolle Weise beendet wird.  Dieser traurige Alltag ist für uns in Deutschland kaum vorstellbar, wo ein Hund ohne Besitzer umgehend gesichert und in ein Tierheim gebracht wird.

 

Nachhaltigkeit als Kern des Handelns: Mehr als nur Vermittlung

Seriöser Auslandstierschutz ist weit mehr als nur die Vermittlung von Tieren nach Deutschland. Der wichtigste und nachhaltigste Ansatz ist die Hilfe vor Ort. Im Zentrum stehen dabei großangelegte Kastrations- und Sterilisationsprojekte, um die unkontrollierte Vermehrung und damit das Leid an der Wurzel zu bekämpfen. Begleitet werden diese Aktionen von intensiver Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung, in Schulen und durch Gespräche mit den Menschen vor Ort, um ein Umdenken im Umgang mit Tieren zu bewirken. Die Vermittlung einzelner Tiere ist oft die Rettung aus einer akuten Notlage, aber das langfristige Ziel ist es, die Situation in den Ländern selbst so zu verbessern, dass Tierschutzvereine wie unserer eines Tages nicht mehr gebraucht werden.

 

Deutsche Tierheime und der "Vorwurf": Ein sachlicher Blick

Ein häufiges Argument gegen den Auslandstierschutz lautet: "Unsere Tierheime sind doch auch voll." Das ist richtig, und die Lage in vielen deutschen Tierheimen ist zweifellos angespannt. Doch die Gründe dafür sind vielschichtig und liegen nicht an den Tieren aus dem Ausland. Probleme wie der illegale Welpenhandel, unüberlegte Anschaffungen und die Abgabe von verhaltensauffälligen oder kranken Tieren sind die Hauptursachen für die Überlastung.

Tatsächlich nehmen Tiere aus dem Ausland den "deutschen" Tieren keine Plätze weg. Im Gegenteil: Oft suchen Menschen gezielt nach einem bestimmten Typ Hund (z.B. kleinere oder als unkompliziert geltende Hunde), den sie in deutschen Tierheimen nicht immer finden. Die Vermittlung von Auslandstieren kann sogar dazu führen, dass mehr Menschen auf den Tierschutz aufmerksam werden und Tierheime besuchen, was letztlich auch die Vermittlungschancen für die "Langzeitinsassen" erhöht. Seriöse Auslandstierschutzvereine arbeiten zudem eng mit Pflegestellen zusammen, sodass die Tiere direkt in ein Zuhause reisen und die Tierheime nicht belasten.

 

Gesundheit als globale Verantwortung: Schutz für Mensch und Tier

Die Sorge vor der Einschleppung von Krankheiten ist ein ernstzunehmendes Thema. Seriöse Tierschutzorganisationen tragen dem durch strenge Kontrollen Rechnung. Jeder Hund, der nach Deutschland kommt, wird tierärztlich untersucht, geimpft, gechippt und auf landestypische Krankheiten getestet. Die unkontrollierte Vermehrung von Straßentieren im Ausland stellt jedoch eine reale Gefahr für die Ausbreitung von Seuchen und Zoonosen (von Tier auf Mensch übertragbare Krankheiten) dar. Krankheiten wie Tollwut oder Parasiten wie Giardien und die durch Milben übertragene Sarkoptes-Räude können auch für den Menschen eine Gefahr darstellen. Indem wir durch Kastrationen und medizinische Versorgung die Tierpopulationen vor Ort gesünder halten, leisten wir also auch einen wichtigen Beitrag zum Schutz der öffentlichen Gesundheit in ganz Europa.

 

 

 

 

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Auslandstierschutz nicht in Konkurrenz zum Tierschutz in Deutschland steht, sondern eine notwendige Ergänzung darstellt. Er bekämpft das Leid an seiner Wurzel, verhindert durch Prävention größeres Elend und ist Ausdruck einer globalen Verantwortung für die Lebewesen, die unserer Hilfe am schutzlosesten ausgeliefert sind. Jeder gerettete Hund, jede durchgeführte Kastration ist ein kleiner Sieg gegen die Gleichgültigkeit und ein Schritt in eine mitfühlendere Welt.

Woran erkennt man einen seriösen Tierschutzverein? Ein Ratgeber für Tierfreunde

 

1. Rechtliche Grundlagen und Transparenz

Ein erstes und wichtiges Indiz für die Seriosität eines Tierschutzvereins sind die rechtlichen Rahmenbedingungen.

  • Eingetragener Verein (e.V.): Achten Sie darauf, dass der Verein im Vereinsregister eingetragen ist, was durch den Zusatz "e.V." im Namen ersichtlich wird. Dies verpflichtet den Verein zu einer Satzung und regelmäßigen Mitgliederversammlungen.
  • Gemeinnützigkeit: Seriöse Vereine sind in der Regel als gemeinnützig anerkannt. Das bedeutet, dass sie ihre Einnahmen für gemeinnützige Zwecke verwenden müssen und Spenden steuerlich absetzbar sind.  Fragen Sie ruhig nach der Bescheinigung vom Finanzamt.
  • §11 TierSchG-Erlaubnis: Vereine, die Tiere aus dem Ausland nach Deutschland bringen und vermitteln, benötigen eine behördliche Erlaubnis des zuständigen Veterinäramtes nach § 11 des Tierschutzgesetzes.
  • Transparenz: Ein seriöser Verein arbeitet transparent. Informationen über die verantwortlichen Personen (Vorstand), Kontaktadressen und ein aussagekräftiges Impressum sollten auf der Webseite leicht zu finden sein. Auch die Herkunft der Tiere und die Verwendung von Spendengeldern sollte nachvollziehbar sein.

2. Der Vermittlungsprozess: Sorgfalt vor Schnelligkeit

Ein verantwortungsvoller Vermittlungsprozess ist ein zentrales Merkmal eines guten Tierschutzvereins. Hier geht es darum, das bestmögliche Zuhause für jedes einzelne Tier zu finden.

  • Ausführliche Gespräche und Fragebögen: Seriöse Vereine werden Ihnen viele Fragen zu Ihrer Lebenssituation, Erfahrung mit Tieren und Ihren Erwartungen stellen. Ein Selbstauskunftsbogen ist hierbei Standard.
  • Vorkontrolle: Vor einer Adoption wird in der Regel eine Vorkontrolle bei Ihnen zu Hause durchgeführt. Dies dient dazu, sicherzustellen, dass die Umgebung für das Tier geeignet ist.
  • Schutzvertrag und Schutzgebühr: Eine Adoption erfolgt immer mit einem Schutzvertrag, der die Bedingungen der Haltung regelt. Die erhobene Schutzgebühr deckt einen Teil der Kosten für Impfungen, Chip, Entwurmung und eventuelle Kastration und sollte transparent aufgeschlüsselt werden.
  • Gesundheits-Check: Die Tiere sollten bei der Vermittlung geimpft, gechipt und entwurmt sein. Bei Auslandstieren sind Tests auf landestypische Krankheiten (z.B. Mittelmeerkrankheiten) unerlässlich. Achten Sie auf einen lückenlosen EU-Heimtierausweis.
  • Betreuung nach der Vermittlung: Ein guter Verein lässt Sie nach der Adoption nicht allein, sondern steht Ihnen auch danach mit Rat und Tat zur Seite.

3. Nachhaltiger Tierschutz vor Ort

Seriöser Tierschutz geht über die reine Vermittlung von Tieren hinaus.

  • Engagement vor Ort: Achten Sie darauf, ob der Verein auch Projekte im Herkunftsland der Tiere unterstützt. Dazu gehören beispielsweise Kastrationskampagnen, Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung und die Verbesserung der Lebensbedingungen in den Tierheimen.
  • Keine reine "Welpen-Vermittlung": Ein Verein, der hauptsächlich Welpen und Junghunde anbietet, könnte kommerzielle Interessen verfolgen. Seriöse Organisationen vermitteln Tiere jeden Alters.

Warnsignale: Wann Sie skeptisch werden sollten

  • Fehlende Transparenz: Wenn Sie keine klaren Informationen über den Verein, seine Verantwortlichen oder die Finanzen finden, ist Vorsicht geboten.
  • Druck und Mitleidsmasche: Lassen Sie sich nicht zu einer schnellen Entscheidung drängen. Ein seriöser Verein gibt Ihnen Bedenkzeit.
  • Übergabe auf Parkplätzen ohne Vorkontrollen: Eine Übergabe des Tieres an anonymen Orten ist ein absolutes No-Go.
  • Fehlende Papiere: Wenn kein ordnungsgemäßer Impfpass oder EU-Heimtierausweis vorhanden ist oder die Dokumente unvollständig sind, sollten Sie von einer Adoption absehen.
  • Zu professionelle Rettungsvideos: Perfekt inszenierte Rettungsvideos in den sozialen Medien können ein Hinweis auf sogenannte "Fake-Rescues" sein, bei denen Tiere für die Aufnahmen in Notlagen gebracht werden.

Indem Sie diese Punkte beachten, können Sie einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Ihre Unterstützung auch wirklich bei den Tieren ankommt und Sie einen seriösen Partner im Tierschutz finden.

 

In der Welt des Tierschutzes gibt es zahlreiche engagierte Vereine, die unermüdlich für das Wohl von Tieren im In- und Ausland kämpfen. Leider tummeln sich in diesem Bereich auch "schwarze Schafe", denen es mehr um Profit als um das Tierwohl geht. Wir möchten Ihnen mit diesem kurzen Ratgeber eine Hilfestellung geben, wie Sie seriöse von unseriösen Tierschutzvereinen unterscheiden können.

 

Spendenkonto:   

Schattentiere e.V.  Hoffnung für die Vergessenen

Kyffhäusersparkasse  

IBAN: DE17 8205 5000 0085 0292 89  

                                                                                                                  

Paypal:   

https://paypal.me/schattentiereeV

(bitte "Familie und Freunde" auswählen, da sonst Gebühren entstehen)

 

Der Verein Schattentiere e.V. verfügt über die erforderliche Erlaubnis gemäß § 11 Tierschutzgesetz, erteilt durch das zuständige Veterinäramt.

 

Unsere Gemeinnützigkeit ist beantragt. Bis zur Erteilung des Finanzamtsbescheids dürfen wir leider noch keine Spendenquittungen ausstellen.

 

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